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Zusammenfassung

  Das Zentrum für Nichtlineare Dynamik hat aus der reichhaltigen Forschungs- und Hochschullandschaft der Region Potsdam mehrere sehr aktive interdisziplinäre Arbeitsgruppen geformt, die sehr erfolgreich Drittmittel einwerben konnten und die vielbeachtete wissenschaftliche Resultate erzielt haben. Potsdam hat sich in dieser kurzen Zeit zu einem überregional bedeutenden Schwerpunkt in der Nichtlinearen Dynamik entwickelt, der international zunehmende Attraktivität entfaltet.

Besonders hervorzuheben sind folgende umfangreiche Drittmitteleinwerbungen, die unmittelbar mit den Aktivitäten des Zentrums verbunden sind:

A) Innovationskolleg / DFG-Forschergruppe

Das Innovationskolleg ,,Formale Modelle Kognitiver Komplexität`` (Sprecher: Prof. Fanselow) (1994-1999) führte Arbeitsgruppen aus Linguistik, Theoretischer Physik und Psychologie zusammen. Untersucht wurden Hypothesen über die komplexitätstheoretische, verarbeitungsbezogene Herleitung von Gesetzen über linguistische Repräsentation (Syntax, Parsing, Spracherwerb) und die Dissoziierbarkeit kognitiver und kognitiv-motorischer Verarbeitungsprozesse (Konstruktion von Gedankenbildern, Belastung des Arbeitsgedächtnisses, Koordination bimanualer Bewegungen). In der sich unmittelbar daran anschließenden DFG-Forschergruppe ,,Konfligierende Regeln`` (seit 2000) werden mit modernen nichtlinearen Methoden die Reaktionen des Gehirns auf verschiedene Typen von sprachlichen Mehrdeutigkeiten hin untersucht; es arbeiten Gruppen aus der Sprachwissenschaft, Psychologie, Physik und Informatik zusammen. Die Forschergruppe beschäftigt sich insbesondere mit solchen Phänomenen, bei denen ein Konflikt im Sprachverstehensprozess (z.B. die Induktion einer Ungrammatikalität) durch unterschiedliche sprachliche Modalitäten und kognitive Strategien sowohl ausgelöst als auch korrigiert werden kann.

B) Sonderforschungsbereich 555 ,,Komplexe nichtlineare Prozesse`` (seit 1998) (Sprecher: W. Ebeling, Humboldt-Univ. Berlin, stellv. Sprecher: J. Kurths, Univ. Potsdam)

Bereits bei der Gründung hatten wir uns das Ziel gestellt, ein größeres Projekt unter dem Arbeitstitel ,,Kritische Zustände im System Erde`` unter Beteiligung verschiedener Institute der Universität Potsdam (Physik, Mathematik, Geowissenschaften) und außeruniversitärer Institute (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und GeoForschungsZentrum Potsdam) einzuwerben. In etlichen Seminaren und internen Workshops des Zentrums wurde diese Thematik weiter aufbereitet und konnte als wichtiger Projektbereich unter dem Titel ,,Großskalige natürliche Systeme`` in dem neu eingerichteten SFB etabliert werden.

C) EU-Network ,,Control and Synchronization of Spatially Extended Nonlinear Systems`` (2000-2002) (Koordinator: J. Kurths, Universität Potsdam)

Ein Ausweis für die internationale Akzeptanz des Zentrums kommt in der Bewilligung des EU-Networks zum Ausdruck, in dem theoretisch und experimentell führende europäische Wissenschaftler der Nichtlinearen Dynamik zusammenarbeiten (u.a. T. Arecchi, Italien; N. Mancini, Spanien; J.-P. Eckmann, Schweiz; I. Procaccia, Israel).

D) DFG-Schwerpunktprogramm ,,Erdmagnetische Variationen: Raum-zeitliche Variationen, Prozesse und Wirkungen auf das System Erde`` (seit 2000)

In diesem neu aufgelegten Programm konnten drei Projekte, die wiederum die enge Kooperation in Potsdam dokumentieren, eingeworben werden (Antragsteller: J. Kurths, J.F.W. Negendank, GeoForschungsZentrum Potsdam, K.-H. Rädler, Astrophysikalisches Institut Potsdam, U. Schwarz & N. Seehafer). Dabei waren die durch das Zentrum initiierten Vorarbeiten von entscheidender Bedeutung. Ziel der Projekte ist es, ein umfassenderes Verständnis der raum-zeitlichen Struktur erdmagnetischer Variationen insbesondere während der Umpolung des Erdmagnetfeldes zu entwickeln, zu erdmagnetischen Variationen Anlass gebende geodynamische Prozesse zu identifizieren, geodynamische Prozesse zwecks Interpretation der Beobachtungen raum-zeitlicher Strukturen numerisch zu modellieren und mögliche Auswirkungen auf das System Erde zu untersuchen.

E) Förderprogramm ,,Untersuchung nichtlinear-dynamischer Effekte in produktionstechnischen Systemen`` der VW-Stiftung

Auf Grund umfassender methodischer Vorarbeiten im Zentrum wurde das Spektrum gegenüber der ursprünglichen Zielsetzung erfolgreich auch auf technische Anwendungsgebiete erweitert und es wurden - trotz starker Konkurrenz - drei Projekte mit ingenieurwissenschaftlichen Partnern vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Chemnitz sowie den Universitäten in Kaiserslautern und Erlangen-Nürnberg bewilligt.

F) Interdisziplinäre BMBF-Projekte

In verschiedenen Programmen konnten sich zwei Projektvorschläge zu modernen Methoden der Bildanalyse (Maaß, Kurths) sowie zwei zur Anwendung moderner numerischer Methoden in der Atmosphärenforschung mit dem Alfred-Wegener Institut bzw. GKSS (Maaß, Böckmann, Neuber) durchsetzen.

Mehrwert

Der erzielte Mehrwert besteht in einer effizienten Verbindung verschiedener inner- und außeruniversitärer Arbeitsgruppen; damit konnte die Wettbewerbsfähigkeit der Universität Potsdam signifikant erhöht, die Profilbildung der Universität Potsdam unterstützt, der Umfang eingeworbener Drittmittel positiv beeinflusst und die nationale als auch internationale Wirkung der Universität Potsdam gesteigert werden. Darüber hinaus bildet die Arbeit des Zentrums eine nachhaltige Stütze für die Kommunikation und Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche der Universität Potsdam (Geowissenschaften, Linguistik/Allgemeine Sprachwissenschaft, Mathematik, Physik, Psychologie) und mit außeruniversitären Einrichtungen insbesondere im Potsdamer Raum (GeoForschungsZentrum Potsdam, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Astrophysikalisches Institut Potsdam).


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Udo Schwarz
Tue Jul 15 07:49:02 MEST 2003