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DFG Projekt: Das dynamische Herz - Methoden zur
Früherkennung des plötzlichen Herztodes

=16.3cm =9.cm
Abbildung 3.9: Phasenraumdarstellung des EKG für ein gesundes menschliches Herz.
\begin{figure}\epsfbox{pic/PHYSIOLOGY/book2.ps} \end{figure}
=16.3cm =9.cm
Abbildung 3.10: Zoom der in Abb. 3.9 gezeigten Phasenraumdarstellung des EKG für ein gesundes menschliches Herz.
\begin{figure}\epsfbox{pic/PHYSIOLOGY/book1.ps} \end{figure}
Antragsteller: J. Kurths gemeinsam mit A. Voß, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin

Das Risiko für den plötzlichen Herztod, an dem allein in Deutschland jährlich nahezu 100 000 Menschen versterben, ist mit heute zur Verfügung stehenden nicht-invasiven Untersuchungsmethoden, wie Langzeit-EKG, hochverstärktes EKG und Herzfrequenzauswertung nicht oder nur unscharf erkennbar, da diese Diagnostikverfahren sehr eingeschränkt nur lineare bzw. streng periodische Vorgänge beschreiben können. Mit Methoden der nichtlinearen Dynamik können dagegen neue Parameter abgeleitet werden, die komplexe Vorgänge und ihre komplizierten Wechselbeziehungen beschreiben und damit in der Lage sind, Risikopatienten zu erkennen, die sonst nicht erfaßt würden.
In einer ersten sondierenden Studie konnten wir zeigen, daß Patienten, die bislang als solche mit geringerem Risiko eingestuft wurden, vor allem auf Grund der Parameter der nichtlinearen Dynamik eigentlich in die Hochrisikogruppe eingruppiert werden müßten.
Ziel dieses Projektes ist die quantitative und qualitative Neubeschreibung bzw. Neudefinition des individuellen Risikos vor allem durch neuartige methodische Ansätze. Für die zusätzlich erkannten Patienten mit hohem Risiko würden sich damit wesentliche Konsequenzen (z.B. implantierbarer Defibrillator, Antiarrhytmietherapie, Herzoperation) ergeben.
Das interdisziplinäre Ziel dieses Projektbereiches besteht darin, geeignete Methoden aus der nichtlinearen Dynamik so weiterzuentwickeln bzw. einer praktischen Umsetzung zugänglich zu machen, daß mittels quantitativer Bewertung von Komplexität, die aus den in vorgelegten Projektantrag dargestellten EKG-Messungen bestimmt wird, das Risiko von Patienten abgeleitet wird. Wie im weiteren ausgeführt, reduziert sich die Lösung dieser Aufgabe keineswegs auf ein simples Anwenden wohlbekannter Algorithmen, sondern erfordert vielmehr kreative Beiträge zum allgemeineren Problem, Struktureigenschaften komplexer Systeme aus experimentellen Daten zu ermitteln. Es sollen also theoretische Arbeiten mit der Zielstellung durchgeführt werden, sie unmittelbar für eine praktische Problemstellung zu nutzen. Aus unseren bisherigen Erfahrungen haben wir gelernt, daß das effektiv nur in enger Kooperation mit dem eigentlichen Anwender durchführbar ist.

Laufzeit: 10/94 - 9/96

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Udo Schwarz 2006-09-18