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Erdbeben

 

Ein Beispiel ganz anderer Natur sind die Aufzeichnungen seismischer Aktivit"at auf der Erde.

Erdbeben sind kurzzeitige Ersch"utterungen des Erdk"orpers durch pl"otzlich freigesetzte Energie, deren Quelle nahe der Erdoberfl"ache oder in den Tiefen der Lithosph"are liegt. Sie treten in allererster Linie im Verlauf aktiver geologischer Vorg"ange auf, bei denen es in Teilen der festen Gesteinsh"ulle der Erde zeitweise zur Akkumulation gewaltiger Mengen elastischer Energie kommt. Fast zu jeder Stunde ereignet sich auf der Erde ein f"uhlbares Beben [NEIC1999]. Als elastische Impulse pflanzen sich die St"o"se durch die Erde fort. Seismologische Stationen auf der ganzen Welt lauschen mit ihren hochempfindlichen Instrumenten auf die Signale aus dem Erdinnern, "uberwachen die Bebenaktivit"at und dienen der Erforschung erdbebenerzeugender Prozesse.

Erdbeben signalisieren Bruchvorg"ange an Schwachstellen der unter Spannung stehenden Erdkruste. Sie geh"oren zu den Naturereignissen, "uber die es verschiedenartige "Uberlieferungen seit den "altesten Zeiten gibt. Der "Ubergang von vorwiegend qualitativer zu betont quantitativer Beobachtung der vielf"altigen Erscheinungen vollzog sich erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die seismologische Forschung verfolgt zwei Hauptziele: Sie versucht die Gesetzm"a"sigkeiten in der r"aumlichen und zeitlichen Verteilung der Erdbebenherde und ihrer Dynamik zu erkennen; andererseits nutzt sie Erdbeben, um durch exakte Registrierung und Auswertung immer detailliertere Aussagen "uber Struktur und stofflichen Aufbau der Erde zu erhalten.

Erdbeben sind noch weitestgehend unvorhersagbar, da ihr Auftreten keinen allgemeing"ultigen Gesetzm"a"sigkeiten wie Periodizit"aten folgt. Um Erdbeben in Zukunft jedoch so weit es geht vorherzusagen, sammelt man Daten "uber die Erdbeben in Katalogen.

Ziel der hier durchgef"uhrten Untersuchung ist die Zuordnung von Einzelbeben zu Bebenzyklen, um in Zukunft auftretende schwere Beben m"oglicherweise an Hand des Verlaufes und der Verteilung von Vorbeben vorhersagen zu k"onnen. In den vorhandenen Katalogen wie z.B. dem Southern California Seismographic Network Catalog [SCSNC1999] werden neben Ort und Zeit die Magnitude (St"arke) des Bebens und die Tiefe des Epizentrums aufgef"uhrt. Da der Verlauf der Erdbebenst"arken eines Bebenzyklus weitgehend bekannt ist (Gutenberg-Richter-Gesetz, entspricht einem exponentiellen Abfall der St"arken nach dem Hauptbeben, gutenberg56), soll bei den nun folgenden Analysen das Hauptaugenmerk auf die raumzeitlichen Korrelationen der Beben gerichtet werden.

Untersucht wurden Daten der Erdbebenaktivit"at aus den Regionen Armenien und S"ud-Kalifornien.




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Udo Schwarz
Thu Mar 1 15:43:04 MET 2001