Universitätsbibliothek/Dezernat Fachreferate 15. 11. 2002

Enderlein

 

Treffen der informellen Runde der Bibliotheksbeauftragten der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und Fachreferenten der Universitätsbibliothek am

7. 11. 2002 (Ergebnisprotokoll)

 

 

Finanzsituation

- Ab/Bestellungen

Nach dem Zeitplan der UB wäre im Monat Oktober genügend Zeit gewesen, die bis zum 30. September eingegangenen Bestellungen abzuarbeiten und eine Übersicht über freie Mittel zu erhalten. Durch nicht vorhersehbare Entscheidungen wurde der Zeitplan außer Kraft gesetzt. Dem Moratorium der Universitätsleitung, die Berufungsmittel ab dem 17. 9. einzufrieren folgte nahtlos am 2. 10. die Haushaltssperre des Landes.

Insgesamt liegen der UB ‚verhinderte‘ Bestellungen für 200 000.-€ vor. Dabei handelt es sich bei denen der Math.-Nat. Fak. ausschließlich um Bestellungen aus Berufungsmitteln.

Grundsätzlich bleibt der Anspruch der Besteller natürlich bestehen, aber bislang ist noch nicht abzusehen, wie hoch die Mittelzuweisung im nächsten Jahr sein wird und was davon 2003 für Berufungsmittel übrig bleibt. Mit Sicherheit wird einige Zeit bis zur Realisierung vergehen (nicht zu hoffen, aber durchaus denkbar ist eine Fortsetzung oder neue Verhängung der Haushaltssperre im Laufe des Jahres 2003). So erscheint eine vorläufige Rückgabe der nicht ausgeführten Bestellungen organisatorisch am sinnvollsten zu sein, um erneut darüber zu entscheiden.

Die Notaktion der UB, die Abbestellung einer großen Anzahl von Abonnements zu stoppen, führt dazu, daß wenigstens im Jahr 2003 die Zeitschriften noch im alten Umfang erhalten bleiben.

-Mittel 2003

Wenn es bei den Absichten des Ministeriums bleibt, zusätzlich zu der regulären Grundfinanzierung (500 000.- €) nun doch Mittel in Höhe des Landesanteils der bisherigen Aufbauförderung zuzuweisen (750 000.-€) , müßten im nächsten Jahr 1,25 Mill. € zur Verfügung stehen. Allerdings wird darin der 'Pflicht‘-Anteil an EU-Fördermitteln (wenn es schlecht läuft vielleicht sogar die volle Summe) enthalten sein, die die UB bereits beantragt hat und die nur für elektronische Medien zu beanspruchen sind. Es ist beabsichtigt, damit einen großen Teil der Abonnements an bereits vorhandenen elektronischen Datenbanken zu finanzieren. Dieses Paket wird gemessen an der Gesamtsumme relativ groß sein, so daß die Verteilung der restlichen Mittel auf die Institute sehr wahrscheinlich nach einem anderen Verteilungsmodell erfolgen wird als bisher.

Überzogene Konten

Warum läßt sich der tatsächliche Ausgabenstand bei den Literaturmitteln nicht genauer angeben und warum werden die Konten nicht so überwacht, daß eine Überziehung des zugewiesenen Betrages vermieden wird?

Sowohl bei Abonnements als auch bei Monographien kann es große Abweichungen vom bei der Bestellung bekannten Preis geben.

Preissteigerungen bei Abos werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten - überwiegend erst zum Ende des Jahres - vom Verlag mitgeteilt, so daß die Angaben zum Abo-Umfang sich laufend ändern können, je nach Stand der mitgeteilten tatsächlichen Preise. Die Gesamtsumme ist also unter Berücksichtigung einer erwarteten Preissteigerungsrate fast immer nur geschätzt.

Auch bei Monographien kann die UB bei der Bestellung gelegentlich nur Schätzpreise einsetzen. Die tatsächlichen Preise können u. U. stark abweichen. Auch bei bekannten Preisen ergeben sich Abweichungen z. B. durch schwankende Bearbeitungskosten oder Rabatte oder weil ein Buch jahrelang nur angekündigt, dann aber viel teurer wird, als angegeben. Manche erscheinen gar nicht und fallen dann aus der Kalkulation der UB wieder heraus.

Diese Ungenauigkeiten, werden auch zukünftig nicht zu vermeiden sein.

Verändern lassen sich dagegen UB-interne Schwachstellen. Mit der Umstellung auf ein neues Bibliothekssystem kann hoffentlich häufiger eine Zusammenführung von Dateien stattfinden für die bereits ausgegebenen sowie voraus notierten Mittel einerseits und den sich in der Bearbeitungsphase befindenden (z. T. umfangreichen) Listen (bisher alle 14 Tage), so daß Überziehungen des Kontos besser zu vermeiden sind.

Nur bedingt vermeidbar ist eine nachträgliche Umverteilung von großen Summen wie sie z. B. für das Web of Science oder die elektronischen Zeitschriftenpakete angefallen sind. Dafür müssen die genauen Preise und die BWK-Zustimmung vorliegen. Bessere Vorabinformationen sind allerdings möglich und die UB wird dies künftig zeitiger tun.

 

Nutzung von Online-Datenbanken

Unabhängig davon, ob die Nutzung des WoS (Web of Science) durch deutsche Forscher geringer ist als die in anderen Nationen (wobei die Uni Potsdam nicht aus dem Rahmen fällt), läßt sich die Förderung und Unterstützung der Nutzung durch Universitätsangehörige seitens der UB sicher verbessern.

Jede Gruppe (Studienanfänger, Diplomanden/Doktoranden, wiss. Mitarbeiter/Professoren) hat bezüglich der Literaturnutzung unterschiedliche Bedürfnisse und Strategien der Informationsgewinnung.

Studienanfänger wären zu motivieren, an einer der von der UB angebotenen Einführungsveranstaltungen in die Bibliotheksbenutzung teilzunehmen. Das könnte erfolgen im Rahmen von Seminaren zum wissenschaftlichen Arbeiten (Beispiel Geographie) oder durch Anregung über die Fachschaften.

Diplomanden/Doktoranden haben einen konkreten Anlaß und eher spezielle Fragestellungen. Eine Einführung in die Recherchemöglichkeiten innerhalb der elektronischen Angebote der UB könnte zeitlich mit Lehrveranstaltungen höherer Semester gekoppelt sein und von MitarbeiterInnen der UB durchgeführt werden. Die Computerpools im Neubau in Golm würden sich dafür eignen. Eine Planung unter Absprache zwischen Lehrenden der Institute und der UB sollte rechtzeitig beginnen (Kontaktaufnahme in den Semesterferien zwischen WS 2002/03 und SS 2003 ist angepeilt).

Wiss. Mitarbeiter/Professoren würden sich vielleicht nicht zu Schulungen bemühen, aber Hilfe- oder Erläuterungstexte zu Datenbankangeboten als hilfreich empfinden (vgl. Punkt Vorschläge)

Vorschläge zur Verbesserung des UB-Angebots

Auf den Webseiten:

"Anlaufstelle" für die Abgabe von Geschenken aus privatem Besitz,

Dissertations- und Dublettenangebote anderer Bibliotheken ins Netz,

Beispielrecherchen begleitend zum WoS-Link (impact factor berücksichtigen)