BILDVERARBEITUNG AN JAHRESZEITLICH GESCHICHTETEN SEE-SEDIMENTEN AUS NORDWEST-ARGENTINIEN

M.H. Trauth
Institut für Geowissenschaften, Universität Potsdam

In jahreszeitlich geschichteten (gewarvten) Seesedimenten aus der Quebrada de Cafayate, Nordwest-Argentinien spiegelt sich der saisonale Wechsel in den Sedimentationsbedingungen in Veränderungen in der Helligkeit der Ablagerungen wieder. Grobklastischer Flusseintrag während der regenreichen Zeit im Sommer findet sich in den Warven in Form dunkler Lagen wieder. Das Aufklaren des Wasserkörpers nach Austrocknen der Bachläufe zeigt sich in einer exponentiellen Aufhellung der Sedimente nach oben. Nach allmählicher Erwärmung des Sees und einem Überangebot von Nahrung kommt es zu einer explosionsartigen Blüte von Kieselalgen (Diatomeen), die sich als duenne weisse Lage in den Sedimenten dokumentieren. Diese jährlich wiederkehrenden Farbwechsel können zum einen dazu verwendet werden, um mit Hilfe digitaler Bildverarbeitungsmethoden automatische Zählungen der Warven mit dem Ziel einer Chronologie durchzufuehren. Zum anderen ist die Färbung aber ein einfaches Mass fuer den Flusseintrag und somit der Niederschläge im Einzugsgebiet des Sees. Die Intensität der Regenzeit wiederum ist zyklischen Schwankungen unterworfen, die auf einen Einfluss atmosphärisch-ozeanischer Wippen wie der El Nino/Southern Oscillation bzw. dem Atlantischen Oberflächenwasser-Dipol schliessen lassen. Diese Klimaschwankungen wirken sich wiederum entscheidend auf die Hydrologie und Ökologie des Gewässers aus. Im Rahmen dieses Beitrags werden erste Anwendungen digitaler Bildverarbeitung gezeigt, Probleme bei der Vorbereitung der Bilder sowie deren Analyse, insbesondere das Problem des Rauschens und dessen Auswirkung auf die Aussagekraft der Daten sowie automatisch erstellte Chronologien dargestellt.

Martin H. Trauth, Institut für Geowissenschaften, University of Potsdam, POB 601553, D-14415 Potsdam, Germany, Tel +49-331-977-2288, Fax -2087 http://www.uni-potsdam.de/u/Geowissenschaft/index.htm