Zeit und Zeitskalen in Ökosystemen

Michael Hauhs und Holger Lange Bayreuther Institut für Terrestrische Ökosystemforschung, Universität Bayreuth

Der konventionelle Zugang der Ökosystemforschung orientiert sich stark an räumlichen Aspekten des Systems (z.B. Kompartimente, Habitate, Konkurrenz um Raum) und ist von einem weitgehend statischen Naturverständnis geprägt. Das konkrete Ökosystem wird durch seine regionalen Besonderheiten zum Unikat.

Unser Ansatz betont dagegen die zeitliche Entwicklung des Systems und behauptet, dass es vor allem die einmalige Geschichte ist, die das System auszeichnet. Für die mitteleuropäischen Waldökosysteme, aus denen unsere Anwendungsbeispiele stammen, spielt dabei der wirtschaftende Mensch eine entscheidende Rolle. Wir demonstrieren unser Vorgehen anhand eines gut dokumentierten historischen Beispiels, das insbesondere die Wechselwirkung von Nutzungs- und Vegetationsgeschichte beleuchtet. Informationen über die dabei relevanten Zeitskalen und das Ausmass zeitlicher Korrelationen bekommt man durch Anwendung informationstheoretischer und anderer nichtlinearer Methoden auf vorhandene Datensätze. Die Dynamik des Systems und der Einfluss des Menschen darauf wird so aus der Aussensicht, ohne explizite räumliche Bezüge, zeitlich lokal quantifiziert. Damit lassen sich Grenzen der Modellier- und Verstehbarkeit der Systeme ermitteln.

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