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Dr. Dietmar Hoettecke, Institut für Didaktik der Naturwissenschaften der Universität Bremen

Titel: EXPERIMENTIEREN WIE EIN FARADAY (1791-1867) - Eine Fallstudie zur Bedeutung physikalischen Experimentierens

Zeit:    29. November 2006, 17.15 Uhr
Ort:     Haus 27 in Golm, Hoersaal 0.01, Universitaet Potsdam, Komplex II in Golm

Kurzfassung:

Was Experimentieren sei, darueber geben praktizierende 
Physikerinnen und Physiker, Physiklehrer und -lehrerinnen oder 
auch Wissenschaftsphilosophen sehr verschiedene Antworten. Eine 
genauere Betrachtung des Experimentierens als Handlung und 
Praxis ist daher aus wissenschaftsphilosophischer und didaktischer 
Perspektive gleichermassen erhellend. Eine Fallstudie ueber den 
englischen Naturforscher und -philosophen Michael Faraday soll 
ein Schlaglicht darauf werfen, mit welchen Problemen Experimentier-
Handeln behaftet sein kann und welche kreativen Loesungen 
entwickelt werden koennen. 
Im Vortrag wird die Forschungssituation Faradays bei der 
Entwicklung eines Konzepts der Dielektrizitaet in den 1830er Jahren 
rekonstruiert. Dabei dienen der historischen Rekonstruktion neben 
schriftlichen Quellen auch Experimente, die an der Universitaet 
Oldenburg quellengetreu nachgebaut und in Gang gesetzt worden 
sind. Diese Replikation liefert Aufschluss darueber, wie im 
Experiment die Dielektrizitaet als Stoffeigenschaft hergestellt und 
letztlich als neuartige physikalische Entitaet etabliert wird. 
Die experimentellen Strategien Faradays, die dabei identifiziert 
werden konnten, geben Aufschluss darueber, wie eine physikalische 
Entitaet, deren Existenz noch ebenso ungesichert erscheint wie eine 
geeignete Messprozedur zu ihrer Bestimmung, im Experiment 
stabilisiert wird.
	

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