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Günther Grewendorf, Universität Frankfurt a.M.


Ist die Sprache im Kopf?


Einstein-Forum Potsdam, Am Neuen Markt 7, 14467 Potsdam am 6.7.2004, 17:15 Uhr

University of Potsdam, Center for Cognitive Studies


Wenn der menschliche Geist ein Ort ist, wo ist er dann anzutreffen? Ist es das Gehirn, das als Ort des Denkens fungiert? Wenn die Fähigkeit, eine Sprache zu beherrschen, eine Fähigkeit des menschlichen Geistes ist, befindet sie sich dann an demselben Ort, an dem der Geist sich befindet? Oder sind Denken und Sprache gar nicht an einem physiologisch bestimmten Ort zu lokalisieren, sondern vielmehr in der Vielzahl von Tätigkeiten und Verhaltensweisen, die auf intelligente Weise und zu informativen und kommunikativen Zwecken realisiert werden?

In der Sprache, sagt Wittgenstein, stimmen die Menschen überein, und dies sei keine Übereinstimmung der Meinungen, sondern der Lebensform. Auch Chomsky sagt, dass die Menschen in der Sprache übereinstimmen. Seiner Meinung nach ist dies aber keine Übereinstimmung der Lebensform, sondern der Natur. Nach Wittgensteins Auffassung ist die Sprache eine Form sozialen Lebens und daher durch Gemeinschaft konstituiert. Chomsky hält die Sprache für eine Form biologischen Lebens und sieht sie durch biologische Ausstattung konstituiert.


In einer Diskussion der scheinbar konträren Sprachauffassungen Chomskys und Wittgensteins wird gezeigt, dass die Analyse grundlegender Eigenschaften natürlicher Sprachen sowie die Erklärung von Phänomenen wie Spracherwerb und Sprachverlust eine biologisch fundierte Theorie der Sprache erzwingen. Es wird aber auch gezeigt, dass eine biologische Sprachauffassung mit einer gesellschaftlichen Theorie der Sprache nicht unverträglich ist.

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