Wulften - Duderstadt - Teistungen - Leinefelde

Beschreibung einer Wanderung entlang der Strecke
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(mit ASCII-Gleisplanskizzen)

Am 31. 03. 97 wanderte ich von Wulften nach Teistungen entlang
der Eisenbahn. Die frueher durchgehende Verbindung Wulften -
Leinefelde wurde nach dem 2. Weltkrieg zwischen Teistungen und
Gerblingerode unterbrochen, zwischen Teistungen und Duderstadt
sind die Gleise demontiert. Auf dem Abschnitt Wulften - Duder-
stadt wurde der Verkehr vor kurzem eingestellt.

In Wulften zweigt die Strecke vor dem westlichen Stellwerk nach
Suedwesten ab. Der Hausbahnsteig scheint ehemals fuer die Zuege
nach Duderstadt genutzt worden zu sein, die Zuege zwischen Nort-
heim und Herzberg (Harz) benutzen die Gleise 2 und 3. Die Weiche
im Streckengleis Katlenburg - Wulften ist ausgebaut, diejenige
im Gleis Wulften - Duderstadt liegt noch. Gleich dahinter steht
die Haltetafel (kein Schwellenkreuz). Das Einfahrsignal aus Richtung
Duderstadt steht noch, sogar der Indusi-Magnet ist noch am Gleis.
Das ist uebrigens das einzige vorhandene Signal auf dem nieder-
saechsischen Streckenabschnitt. Auf einer Kastenbruecke wird die
Oder ueberquert. Die Gleise liegen in Schotter auf Stahlschwellen
verschiedenster Hersteller: die meisten von Krupp, viele von
Thyssen, Union und Hoesch, dazu noch welche von Stumm, Roechlin,
Osnabrueck, Essen, Burbach und mit den Kuerzeln W, MH, A.T.H.,
R.S.W., B.V.W.ST, ueberwiegend aus den 30er Jahren. Sehr viele
Schwellen (schaetzungsweise 1/4 bis 1/3) sind aus zwei oder drei
alten Stuecken zusammengeschweisst. Die Schienen sind durchgaengig
verschweisst. Streckenweise sind sie mit Unterleg- und Hakenplatten
auf den Schwellen festgeschraubt, aber ueber weite Strecken nur
mit Klemmbuegeln befestigt. Ich vermute, dass die Gleise kurz
nach dem 2. Weltkrieg in dieser Art verlegt wurden.
In den (ehemaligen) Unterwegsbahnhoefen liegen Betonschwellen,
Weichen liegen auf Holzschwellen. Kilometersteine sind nur noch
spaerlich vorhanden. 
Die Strecke beschreibt eine Linkskurve, vor dem Weguebergang in
Strohkrug (zu Bilshausen) steht ein Schild.
                    ________________
                   |                |
                   |      Halt      |
                   |Weiterfahrt nach|
                   |Sicherung  durch|
                   |Posten       Zub|
                   |________________|

Von den Schranken sind nur kuemmerliche Reste der Lagerboecke
vorhanden. Gleich danach, etwa bei km 3, folgt der ehemalige
Bahnhof Bilshausen. 

                _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 
Wu.___________/_______________________________\_________ Dud.
    Ueb.           ---Bstg-----______ _ _ _ /
                          EG   Gsch  Rampe

Nur das Hauptgleis liegt noch, vom Ladegleis nur ein Stummel
ohne Weiche. Das EG dient(e?) Wohnzwecken, der Gsch als Abstell-
raum, auf der Rampe und dem Planum des Ladegleises stehen Auto-
wracks.
In einem weiten Bogen wendet sich die Strecke wieder nach Sueden,
vor Gieboldehausen werden Rhume und Hahle ueberquert. Kurz vorher
haben offenbar Kinder etwas Schotter weggebuddelt. Etwa bei km 8
befindet sich der ehemalige Bahnhof Gieboldehausen.

                 Tankst.  Lagerhaus  Silo       Rampe
              ________________________________________
             /_________________________________\
Wu._________/ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ \_____________ Dud. 
                                                        Ueb.

2 der 3 durchgehenden Gleise nebst Weichen und Rampengleis sind
noch vorhanden. An der Strassenseite des Raiffeisen-Lagerhauses
befindet sich ein Gemaelde mit einer Inschrift, dass sich dort
das Bahnhofsgebaeude befunden habe, die Strecke 1889 hierselbst
eingeweiht worden sei und 1974 der letzte Personenzug gefahren
ist.  Das Bild zeigt eine Tenderlok mit bulligen Wasserkaesten
und der Nummer 999595-4 mit drei rot-beigen Personenwagen vor dem
ehemaligen Bahnhofsgebaeude Gieboldehausen, dazu ein paar Leute
in der Kleidung der 40er oder 50er. Der zweite Wagen traegt ein
Zuglaufschild Wulften - Duderstadt - Leinefelde, der dritte ein
Schild ,,Reisende mit Traglasten''. Alles nicht so ganz stimmig,
aber der Maler hat sich wirklich Muehe gegeben.
(Die Verlaengerung der Strecke ueber Duderstadt hinaus nach Leine-
felde wurde erst 1897 eroeffnet.)
Der Uebergang der B 27 am Suedende ist sogar mit Blinklichtern
gesichert.
Weiter geht es auf einer Bruecke ueber den Ellerbach. Hier wie auf
allen anderen Bruecken ist der Raum zwischen den Schienen mit ge-
sickten Blechplatten ausgelegt. Zwischen Feldern und vorbei an einem
Waldstueck fuehrt die Strecke ueber die Suhle nach Rollshausen.
Im Ort findet man mehrere Tafeln
                   ____________________
                  |                    |
                  | Privatweguebergang |
                  |Nur fuer Berechtigte|
                  |____________________|

Die so bezeichneten Uebergaenge bestehen aus einem Haeufchen Schotter
zwischen den Schienen und verbinden Grundstuecke mit Gaertchen auf
der anderen Seite der Gleise. Vor dem Uebergang der Landstrasse
steht ein Schild gleicher Art wie in Strohkrug, unmitelbar danach
folgt der ehemalige Bahnhof etwa am km 12.

Wu.__________________________________________________________ Dud.
              \ _ _ _B_s_t_g_ _ _ _ _ _ _  _ / _ _ _ ______ _
                   B s t g   ____ _ _ _ _/      Anschluss
                      EG  Gsch   Lstr

Das EG ist Wohnhaus, der Rest des Gueterschuppens wird auch zu
Wohnzwecken umgebaut. Vom Ladegleis steht noch der Prellbock,
am Anschlussgleis stehen ein paar Betontanks, wahrscheinlich
fuer Duenger. Die Weichen sind ausgebaut, aber ihre Schwellen
liegen z. T. noch.
Gut 2 km suedlich bei km 14,4 folgt der Hp Obernfeld, 1 km westlich
des Ortes. Der Bahnsteig ist noch vorhanden, mehr nicht, aber es
duerfte ausser Wartehalle und Stationsschild dort kaum mehr gegeben
haben. Von da fuehrt ein asphaltierter Fahrweg parallel zur Strecke
bis Westerode. Mingerode wird links liegengelassen, eventuell hat
sich in dem leichten Einschnitt vor dem Uebergang bei km 16 ein
Haltepunkt befunden. Die Einfahrt nach Westerode liegt in einer
Linkskurve (in Gleisskizze nicht dargestellt).
Westlich des EG in Westerode befindet sich eine Steinmetzwerkstatt,
vor dem Haus steht die Plastik eines Bernhardiners. Das Original
haust in einem Zwinger hinter dem Bahnhofsgebaeude, das auch vom
Steinmetz genutzt wird.

                  Werkstatt
                             Gsch   EG
                        _ _ _ _ _   Bstg
                _ _ _ /_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
Wu. __________/___________________Bstg___________________\____ Dud.
                \ _ _ _ _ _ _ _________________/    Ueb.
                             /   Lstr
             _______________/
             Anschluss
             Getreidelager

Der Uebergang der B 446 ist noch befahrbar, nicht jedoch der 200 m
weiter gelegene einer Landstrasse - er ist zugeteert. Ein Weg oest-
lich des Bahnkoerpers heisst ,,Kleinbahnweg''. Vermutlich hat hier
die laengst abgebaute Schmalspurbahn Goettingen - Duderstadt die
Normalspurstrecke ueberquert. Bei km 19,2 stehen grosse Lagerhallen,
die torartig ueber die Eisenbahn hinweg miteinander verbunden sind.
Sie gehoeren zu einer Moebelspedition, die sogar einen Gleisanschluss
hat.
                                 ________________
         _______________________/_______  ____Zaun___
          ____Zaun_____________________-\- Tor (rechtw. z. Gleis)
Wu. _____________________________________\__________________ Dud.

Der Anschluss liegt in einer leichten Rechtskurve. Danach folgt bei
km 19,8 wieder ein zugeteerter Uebergang mit Schrankenresten und dem
obligatorischen Schild. Schliesslich nach einer kleinen gemauerten
Bruecke, auf der das Gleis in einem Trog auf Schotter liegt, der
Bahnhof Duderstadt.
                         Lagerhaus
              Anschluss   _____ _ _
                 ________/_____ _ _
        Rampe___/
               /_________________________  Gsch+EG        _ _ _ _ 
Wu. __________/__________________Bstg___________________/_____ _ _ _  Lein.
       \_________________________Bstg______________/
        Ueb.  \ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ /


Im EG befindet sich heute ein Laden. Der Hausbahnsteig ist von
der Umfassungsmauer des Lagerplatzes hinter dem ehemaligen Gueter-
schuppen in Anspruch genommen. Ein Anschluss Richtung Suedost ist
abgebaut. Der Anschluss zum Lagerhaus ist recht eigenwillig - die
Weiche befindet sich unter dem Tor eines Gebaeudefluegels, auf der
anderen Seite verlassen zwei Gleise diesen Fluegel, die frueher in
eine weitere Lagerhalle fuehrten. Das Streckengleis fuehrte einst
weiter an der Ziegelei entlang, aber vor dem folgenden Uebergang
steht ein Prellbock, und dahinter ist das Gleis abgebaut. Es verlief
weiter entlang der Strasse an der Ziegelei, wo sich wahrscheinlich
eine Ladestelle befand (jetzt nur eine feuchte Wiese), dann oberhalb
eines kleinen Felds ueber den Fahrweg nach Gerblingerode und durch
die Felder in den Ort Gerblingerode. Dort ging es vermutlich nach
dem Haltepunkt auf einem Bahndamm weiter, auf einer Bruecke wurde
die Brueckenstrasse ueberquert. Ein Fahrweg fuehrt parallel zur
Bahn Richtung Thueringer Grenze, auf der Trasse scheint man einen
Trimm-dich-Pfad eingerichtet zu haben. Kurz vor der ehemaligen
Staatsgrenze wechselt der Weg auf das Planum der Eisenbahn.
Ein Stueck Grenzzaun und Postenweg nebst Laternen scheint man fuer
das Grenzlandmuseum erhalten zu haben, das zum Freizeitzentrum an
der Teistungenburg gehoert. Auf der Thueringer Seite fuehrt ein
geteerter Fahrweg auf dem alten Bahndamm bis zum Ortseingang. Dort
ist die Trasse bis zur Landstrasse ziemlich verwachsen, auch stehen
zwei Strommasten im Einschnitt. Die Friedhofstrasse fuehrt fast
parallel zur Bahnstrecke in Richtung des ehemaligen Uebergangs der
Landstrasse Teistungen - Berlingerode. Kurz danach in einer Links-
kurve ein Prellbock an einem Gleisstueck, das nur lose mit Laschen
am weiterfuehrenden Gleis befestigt ist. 250 m weiter eine Bruecke
ueber einen Bach, dann noch ein Uebergang, dann erst der Bahnhof
Teistungen, der noch regelmaessig im Personenverkehr bedient wird,
aber nicht mehr betrieblich besetzt ist. Das Bahnhofsgebaeude ist
jetzt ein Wohnhaus.

            Rampe   Wohnhs.  EG+Gsch _ _ _ _ 
             ________________________________\    
Dud. ___________/_____________________________\_________________ Lein.
         Ueb.      \_____________________________/

Bis auf das Ladegleis zum Gsch scheinen alle Gleise noch vorhanden
zu sein. Ich kann nur vermuten, warum das Streckengleis noch etwa
300 m weiter fuehrt, als noetig erschien, und nur mit einem recht
schwachen Prellbock abgeschlossen ist. Vielleicht hatte das strate-
gische Gruende? Den Prellbock entfernen, aus Pontons eine proviso-
rische Kopframpe bauen, einen Zug aus ,,Plattenwagen'' heranschieben
und Kfz vom Zug direkt auf die Landstrasse rollen lassen, waehrend
an der Kombirampe im Bahnhof ein anderer Zug entladen wird? Scheint
mir trotz allem ein grosser Aufwand ...
Auf dem Thueringer Streckenabschnitt liegen die Gleise in Schotter
auf Betonschwellen, aber der Oberbauzustand laesst zu wuenschen
uebrig. Mir erschien der Streckenzustand zwischen Wulften und Duder-
stadt beinahe besser.
Der Personenverkehr Leinefelde - Teistungen wird mit ,,Pfeffis im
Doppelpack'' abgewickelt, d. h. rekonstruierten 772 und 972. Viele
Fahrgaeste gibt es freilich nicht mehr, zumal der Busverkehr in der
Teistunger Region auch an Wochenenden recht gut ist - sogar Verbin-
dungen nach Duderstadt gibt es wieder.
Bei km 26,7 (die Kilometrierung geht auch auf diesem Abschnitt noch
von Wulften aus) zweigt eine nicht mehr genutzte Anschlussbahn ab,
offenbar zur Ziegelei Teistungen, die jetzt denselben Eigentuemer
wie die Duderstaedter hat.
Die Haltepunkte Ferna und Wintzingerode verfuegen zwar ueber neue
Wartehaeuschen aus Glas und blaugestrichenen Eisentragern, aber die
Stationsschilder fehlen. Das Stationsgebaeude in Wintzingerode steht
noch, ist aber arg verfallen.
Die Gleisanlagen des Bahnhofs Worbis sind noch einigermassen komplett,
aber auch diese Station scheint nicht mehr besetzt zu sein. Dabei
war der Ort immerhin Kreisstadt, ist also nicht ganz unbedeutend.
Auch in Breitenbach steht zwar eine neue Wartehalle anstelle aller
vielleicht vorhanden gewesenen Baulichkeiten, aber kein Stationsschild.
In Leinefelde fahren die Teistunger Zuege am noerdlichen Bahsteig 3
ein und aus. Immerhin bestehen Anschluesse Richtung Nordhausen, Erfurt
und Eichenberg - die Informationstafel am Bahnhof Teistungen verspricht
offenbar nicht zuviel. Trotzdem ist der Weiterbetrieb der Strecke auf
laengere Sicht nicht garantiert. Man kann nur wuenschen, dass aus
den Ueberlegungen, die Eisenbahn wieder bis Duderstadt zu verlaengern,
Realitaet wird. Aber da faehrt schon der Bus, und der haelt direkt am
Grenzlandmuseum bzw. Freizeitzentrum. Von einem moeglichen Haltepunkt
der Bahn muesste man ja noch 5 min laufen ...
Bliebe noch zu bemerken, dass auch auf dem Abschnitt Wulften - Duder-
stadt alle bahneigenen Hochbauten mit dem ueblichen Strichcode-Kuckuck
der DB AG versehen sind.
Kann vielleicht jemand die Kuerzel der Schwellenhersteller deuten?

Abkuerzungen:
EG ... Empfangsgebaeude              Dud. ... Duderstadt
Gsch ... Gueterschuppen              Lein. ... Leinefelde
Lstr ... Ladestrasse                 Wu. ... Wulften
Ueb. ... Uebergang

01.04.1997, Jan-Martin Hertzsch

Dazu erhielt ich folgende ergänzende Nachricht:

> Date: Wed, 02 Apr 1997 08:34:36 -0800
> From: Axel Ludwig (ludwig@vplno1.vkw.tu-dresden.de)
> Organization: TU Dresden
> Subject: Re: Wulften - Leinefelde (Streckenbericht)
>
> Danke fuer den Streckenbericht Jan-Martin!
> Wir waren am Ostersonntag zwischen Leinefelde und Wintzingerode
> unterwegs.
> Man kann diese Gegend mit ihren gewaltigen Osterfeuern nur empfehlen.
> Einige Ergaenzungen moechte ich aber schon noch machen:
> Die Besetzung der von uns als Wanderer benutzten Zuege war gering aber
> nicht 0. Dafuer wird aber noch ein ordentlicher Verkehr angeboten. In
> der Woche von Mo-Fr ist der Busparallelverkehr Leinefelde-Worbis schon
> gewaltig. Zeitweise faehrt der Regionalbus alle 5 Minuten. Am Wochenende
> ist die Bahn besser im Angebot. Der Hit ist aber, an Wochenfeiertagen
> verkehren im Eichsfeld keine Busse, sodass die Bahn an diesen Tagen das
> Monopol hat.
> Der Bahnhof in Worbis ist noch sehr gut bestueckt. So gibt es noch eine
> gaengige Fahrkartenausgabe, die natuerlich zum Osterfest geschlossen
> hatte.
> Die Streckengleisanlagen fand ich noch in einem guten Zustand vor. So
> waren in Wintzingerode Betonschwellen aus den Jahren 1987-88 eingebaut,
> was Deiner Theorie der strategischen Bedeutung der Strecke entspricht.
> Ansonsten ist die Anschlussgestaltung gegen 15.00 Uhr in Leinefelde
> schon fragwuerdig. Die RE-Zuege Dessau-Kassel-W. verpasst man alle zwei
> Stunden um 2 Minuten, da sie vom Gleis 3 dem Teistunger Gleis verkehren.
> Mo-Fr ist auch noch die RB Nordhausen-Eichenberg weg, was am Sonntag
> wenigstens klappte.
> Sehr gut anzusehen sind natuerlich die Wendezuege gen Muehlhausen mit 2
> Dosto und 228.
> Mfg
>
> aXel

Auch einige der rätselhaften Abkürzungen auf den Stahlschwellen haben ihre Auflösung gefunden:

> Date: Wed, 28 May 1997 08:02:32 +0200
> From: Jost Krueger (krueger@itv.tu-clausthal.de)
> Organization: Institut fuer Chemische Verfahrenstechnik
> Subject: Schwellenbeschriftung
>
> Hallo Jan-Martin!
>
> Beim Stoebern bin ich auf diese Seite gestossen, die Abkuerzungen
> stehen fuer:
>
> A.T.H.          August-Thyssen-Huette, heute Thyssen Stahl AG
> Osnabrueck      GMH, heute Georgmarienhuette GmbH
> Burbach         Saarstahl AG
> B.V.W.ST        Bochumer Verein, heute Teil von Krupp-Hoesch Stahl AG
> Essen           Krupp-Hoesch Stahl AG
> MH              Maxhuette, Bayern
> R.S.W.          vielleicht Reichswerke Salzgitter-Watenstedt, heute
>                 Preussag Stahl AG
> Union           Hoesch, Dortmund, heute Krupp-Hoesch Stahl AG
> Roeching        Huette im Saarland?
>
> Ich hoffe, das hilft Dir weiter!
>
> tschau
>
> Jost

Neues aus Wulften (Mai 1998):

Man baut einen neuen Bahnsteig nördlich der Streckengleise und hat zu diesem Zweck bereits 1997 das dort vorhanden gewesene Abstellgleis entfernt. Außerdem wurde kurz vor dem Überweg etwa ein Meter aus dem Gleis Richtung Duderstadt herausgeschnitten, ein Loch gebuddelt und wieder verfüllt (keine Ahnung, was da drin ist), und schließlich hat man noch einige Meter Gleis mehr am Hausbahnsteig ausgebaut. Man kann also nicht mehr auf der Schiene nach Gieboldehausen oder Westerode fahren.

Wie ein Triebwagenführer erzählte, ist die Umwandlung des Bahnhofs Wulften in einen Haltepunkt vorgesehen, außerdem der Umbau der Blockstelle auf Selbstblock. Reichlich seltsame Maßnahmen, wenn man bedenkt, daß (laut Göttinger Tageblatt) von Thüringer Seite der Lückenschluß Teistungen - Duderstadt angestrebt (und wohl auch zum größten Teil finanziert) wird. Und Angebot erzeugt bekanntlich Nachfrage ...

Demontage hat begonnen

Auch wenn wegen des ausgebauten Gleises in Wulften kein Abbauzug mehr nach Duderstadt kann, hat der Abriß nun schon begonnen. Im "Göttinger Tageblatt" vom 13. Juni 1998 wird berichtet, daß in Westerode Gleise und eine Eisenbahnbrücke demontiert worden seien.

Das Eisenbahnbundesamt habe 1995 die Stillegung eingeleitet und das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr informiert. Da die zuständige Landesbehörde nicht reagiert habe, sei die Strecke zum 29. Februar 1996 stillgelegt worden. Sie sei auch den Landkreisen Göttingen und Osterode vergeblich angeboten worden.

Eine Immobiliengesellschaft vermarkte nun den Streckenbereich und habe einige Teilstücke bereits verkauft. Die Gleise würden teils von der Bahn, teils von den Käufern entfernt. Der Pressesprecher der Bahn machte keine näheren Angaben zu Westerode. Formal müsse die Trasse noch entwidmet werden, bevor das Gelände planungsrechtlich von den neuen Eigentümern genutzt werden könne.

Meine Meinung dazu: Wieder mal eine vertane Chance. Aus einer Querverbindung durchs Eichsfeld wird wohl nichts mehr ...

Für Modellbahner vielleicht noch ein Tip: Im Eisenbahn-Journal 10/1998 gibt's einen Artikel über den Lokschuppen in Duderstadt zu lesen.


Streckenberichte


Jan-Martin Hertzsch
Stand: 26. 11. 1998

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