Dreiländernotizen 1997

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From: kailudwig@aol.com (KaiLudwig)
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Subject: Dreiländernotizen
Date: 18 Sep 1997 21:54:03 GMT

Was macht man, wenn man nach Eröffnung trüber Aussichten den Blues hat?
Man hätte ja dem Markersdorfer Viadukt noch einen Besuch abstatten können,
aber das war mir zu umständlich, und da es schon mal im Advent '93 geschah
(bis Flöha D-Zug aus Bom, ab dort Bghw, By waren damals noch die Ausnahme -
so schnell ändern sich die Zeiten) studierte ich den heißen Atem der
Dieselloks mal wieder im letzten Zipfel Deutschlands. Zu treffen waren
folgende Feststellungen:

"Schluckenauer Zipfel":
Bekanntlich führt die Strecke Zittau - Bischofswerda zwischen
Neusalza=Spremberg und Taubenheim einige hundert Meter über tschechisches
Gebiet. Bei aufmerksamer Betrachtung stellt man (aus der Nordseite des
Zuges blickend) ein Stück unbewirtschaftetes Land fest, das eigentlich nur
dieser Zipfel sein kann. Absolut unauffällig das Ganze, nicht mal
Grenzpfähle waren zu sehen.

Görlitz - Zittau:
Der bewußte Zipfel des PKP-Abschnitts durch Deutschland wird in der Tat
von der DB AG unterhalten. Wenn man darauf achtet, merkt man das andere
Laufverhalten des Zuges, im Gegensatz zu den ausgeprägten Schienenstößen
des PKP-Oberbaus (dadamm-dadamm). Das Kraut gedeiht im Gleis...
nichtsdestotrotz ist es durchweg mit 50 km/h befahrbar.
Die Ruine des Stellwerks vom früheren Bbf Dzialoszyn weist offiziell
aussehende Anschriften auf, waren bei der Vorbeifahrt leider nicht so
schnell zu lesen.
In Krzewina Zgorcelecka werden nur noch die Gleise 1 und 2 befahren. Gleis
3, das dahinterliegende Nebengleis und die Bodengleise haben dunkelbraune
Schienenköpfe. Am Ausgang ein Mini-Polenmarkt, die Zugführerin verschwindet
mal schnell dorthin...
In Reczyn wird nach Zawidow auch nur noch durch's Hauptgleis gefahren; das
Kreuzungsgleis ist nicht nur rostig, sondern fast schon zugewachsen.

Görlitz:
Die beiden Streckengleise nach Zgorcelec sind niegelnagelneu umgebaut, so
als ob man dort 160 fahren will. Man sieht ihnen an, daß nicht allzu viele
Achsen am Tag drüberrollen. Auf dem polnischen Teil des Viaduktes (die
Stelle ist sowohl an den Gleisen als auch an der Bausubstanz ablesbar)
stehen noch die Fahrleitungsmasten (bzw. die Ruinen davon) der Nordseite.
Ansonsten fragt man sich bei Betrachtung der Örtlichkeiten, wo die Züge
dort 6' brauchen sollen. Die Hälfte wäre immer noch reichlich - wenigstens
60 km/h dürften dort zugelassen sein, auf mehr wird man den Zug auf der
kurzen Strecke kaum (sinnvoll) beschleunigen können.

Görlitz - Königshain=Hochstein:
Wenn ich mich nicht täuschte, kann man an der Abzw Svt derzeit nicht nach
Königshain=Hochstein fahren; wegen irgendeiner Baumaßnahme wurden einige
Längen des abzweigenden Gleises entfernt.

-kl


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